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Lambrusco Romagnoli wurde als Sohn eines lombardischen Baritons und einer fränkischen Ballerina im sonnigen Fürth geboren. Dieses Traumpaar hatte sich bei einer Aufführung von „Aida“ im Pretzfelder Opernhaus kennen und lieben gelernt und sollte sowohl die tänzerische Eleganz der Mutter als auch den Liebreiz der Stimme des Vaters an seinen Nachkommen weitergeben.

Doch auch die Leidenschaft für das runde Leder wurde diesem solchermaßen vom Glück verwöhnten Liebling der Götter in die Wege gelegt, und so kam es, dass der kleine Lambrusco schon bald seine Sonntag-Nachmittage in der Weitsprung-Grube des altehrwürdigen Fürther Ronhofs bei Spielen der heimischen Spielvereinigung zubrachte.

Mit Eimer und Schäufelchen bewehrt, übte er sich so früh im Nachbauen von Abwehrmauern.

Doch eines Tages -  das Kleeblatt mühte sich gerade gegen den späteren Absteiger Amicita Viernheim -  war alles anders.

Plötzlich begann die Erde zu beben, ein unangenehmer Wind hob an, und das letzte fränkische Wort, das Lambrusco für lange Zeit hören sollte, war das anklagende „Fardina-Femmala“ des mit einer Hasenscharte geschlagenen Fischbrötchenverkäufers, der mit seinem Tablett vor den Zuschauern seine Runden drehte.

 

Was war geschehen? Durch einen Berechnungsfehler des Bordingenieurs, der versuchte, sich nach der italienischen Gebrauchsanweisung zu richten, hatte sich beim Start eines Versorgungsraumschiffes vom Pizzaplaneten in der Grappa-Galaxie ein Loch im Raum-Zeit-Kontinuum aufgetan.

So fügte es sich, dass der kleine Lambrusco  auf dem Pizzaplaneten und im Sandkasten ein Alien landete. Die darob enstandene kurze Verwirrung in der Fürther Hintermannschaft nutzte ein Viernheimer Stürmer zum Anschlusstreffer, so dass das Alien unverzüglich von aufgebrachten Fans über die Stadtgrenze befördert wurde und seitdem dort unter dem Namen Michael A. Roth sein Unwesen treibt.

 

Währenddessen materialisierte sich Lambrusco in der fremden Welt just in einer Calzone-Plantage und wollte sich eben an den leckeren Teig machen, als er mit einem derben „stronzo“ von einer unglaublich fülligen Pizzapflückerin geschurigelt wurde.

 

 

Die folgenden Jahre waren nicht leicht, musste er doch Schwerstarbeit auf den Pizza-Plantagen verrichten. Abwechslung boten allein die Abende, die zusammen mit den anderen Arbeitern musikalisch verbracht wurden. Dort konnte Lambrusco das Bass-Spiel erlernen und  der schwere Space-Wein sowie einige ihm zugeneigte einheimische Schönheiten ließen ihn die Strapazen des Tages vergessen.

Eines Abends, unser Held war inzwischen zum stattlichen Mann gereift, kam in ihm die Erinnerung an seine Eltern wieder hoch, er legte den Bass zur Seite und hob an, die ihm aus der Kindheit vertrauten Arien zu singen. Oh war das Gejammer groß, die empfindlichen Gehörgänge Pizzajaner verbogen sich, einige verendeten auf der Stelle! Offensichtlich hatte der Raum-Zeit-Sprung Lambruscos liebliche Stimme ins genaue Gegenteil verkehrt.

Vor dem anschließenden Tribunal forderte der Staatsanwalt die Höchststrafe, lebenslange Zwangsarbeit in den Olivenbergwerken, doch ein just in diesem Moment ausgerufener Generalstreik ließ Lambrusco allein im Gerichtssaal zurück.

Geistesgegenwärtig schnappte er sich das nächste Gefangenenraumschiff, durchbrach die Pestomauer und raste mit fünffachem Mascarpone-Drive zurück Richtung Erde.

 

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf dem Hippie-Planeten, wo er als neuer Guru verehrt wurde, was ihm allerdings angesichts des ihm von seinen Jüngern angedichteten Askese-Gelübdes überhaupt nicht behagte,

legte er mitten in Fürth in der Adenauer-Anlage eine Notlandung hin. Wäre nicht gerade Kärwa gewesen, hätte das sicherlich einiges Aufsehen erregt, so aber konnte Lambrusco unbemerkt aussteigen, sich an den Ammerndorfer Stand verfügen und nach vielen Jahren des Exils seine ersten Seidla Bier stürzen. Hmmmm, und wie das schmeckte, fünf, sechs, sieben, acht.... und schon war unser Held in der nächsten Bredouille.
l Unbemerkt hatten ihm einige Mitglieder der Fürther Musikmafia K.O.-Tropfen ins Bier geschüttet und er erwachte am nächsten Morgen gefesselt und wie gerädert in einem engen, muffigen Übungsraum. Neben ihm lag der Knebelvertrag, und er wusste, was es bedeutete: eben war er der einen Sklaverei entronnen, jetzt musste er sich der nächsten fügen: er war verdammt zu lebenslanger Mitgliedschaft bei den Travelling Playmates!